Falls sich jemand gefragt hat, was ich eigentlich das ganze Jahr über hier in Finnland mache, habe ich eine Antwort: Ich habe ein Projekt namens HistoGlobe gebaut, zusammen mit einer Projektgruppe an der Åbo Akademi, der schwedischsprachigen Universität in Turku.
Nachdem es im Herbstsemester 2011 und selbst in der Weihnachtszeit in Turku noch weder wirklich viel Schnee noch Kälte gab, dachte ich schon, alle Geschichten über finnischen Winter wären Märchen. Doch nun, im Januar 2012 zeigt sich: Keine Angst, es gibt ihn doch noch, den Winter. Und wenn, dann gleich richtig.
Der Höhepunkt des ersten Teils meines Auslandssemesters in Finnland fand in der ersten Dezemberwoche 2011 statt: Eine Reise nach Lappland mit 200 Austauschstudenten. Zusammen mit Thea und einigen Freunden erlebten wir viel im hohen Norden Euopas. Doch in Lappland muss man aufpassen, denn nicht nur Elche und Rentiere streifen durch den Winterwald, auch die Einheimischen Lappen und Samen mischen sich unter die Waldbewohner. Und wenn man nicht aufpasst, dann hat man ganz schnell einen Samen im Lappen...
Nachdem Thea und ich im September in einem Studentenwohnheim weit außerhalb der Stadt wohnten, fanden wir durch einen glücklichen Zufall eine schöne Wohnung fast direkt neben der Uni, in der wir nun von Oktober bis Juni nächsten Jahres wohnen werden. 500 Meter sind es bis zu meinem Informatik-Gebäude, das ist schon echt Luxus. Und der Höhepunkt der Wohnung wartet im Bad...
"Moskau, Moskau - wirft die Gläser an die Wand, Russland ist ein schönes Land - Hahahaha... Hey!" Dschingis Khan hat es schon besungen, für einen DDR-Bürger war es wohl großartig und selbst die Wehrmacht hat damals schon gewusst: Russland ist immer eine Reise wert! Vielleicht nur nicht im tiefsten Winter.