Streifzüge

Ich bin ein Weltreisender. Das klingt irgendwie nach: "Das kann ja jeder sagen" Stimmt, kann auch jeder sagen. Es gibt ja noch keinen DUDEN-Eintrag dazu, oder? Doch, gibt es! Und der sagt: "jemand, der eine Weltreise macht". Nunja, eine wirkliche richtige Weltreise habe ich nun auch noch nicht gemacht, aber ich habe schon des öfteren meinen Reiserucksack gepackt und mich in einen neuen Teil dieser Erde aufgemacht.

Alles begann bei der Fußball-WM 2006 in Deutschland, als das ganze Land in Aufruhr war - Sommer, Sonne, Spaß und viel Kultur auf den Straßen der Republik. Diese unterschiedlichen Kulturen und Sprachen, die ich vor allem auf der Berliner Fanmeile gesehen habe, weckten in mir eine Art Fernweh.

Die erste kleine Stillung dieses Fernwehs erlebte ich auf einer großen Fahrradtour quer durch Deutschland im Sommer 2007 mit meinem Schulkumpel Philipp. 927 Kilometer auf dem Rennrad vom Bodensee bis nach Spremberg, in fünf Tagen waren gewaltig, aber irgendwie mehr Sport als Kultur. Außer schönen Landschaften in Bayern und Sachsen haben wir nicht so viel von den Regionen mit bekommen. Aber es einfach eine sportliche Herausforderung, die wir beide gut gemeistert haben.

Ein Jahr später dann ging ich wirklich hinaus in die Welt: Nach dem erfolgreich bestandenen Abitur im Juni 2008 begann am 11. August 2008 das bisher größte Abenteuer meines Lebens: Ein Jahr Arbeiten und Reisen in Kanada. Erst arbeitete ich vier Wochen in Vancouver als Tellerwäscher und Zeitarbeiter, um dann von dem verdienten Geld 13.000 Kilometer mit dem Bus bis nach Neufundland und dem östlichsten Punkt Nordamerikas zu reisen, und anschließend mit dem Zug wieder zurück nach Vancouver. Nach diesen drei Monaten Ostreise arbeitete ich wieder drei Monate in der Perle am Pazifik, wieder als Tellerwäscher. Im März 2009 reiste ich mit meiner Schulfreundin Elisa für drei Wochen an der Westküste der USA entlang. Der beeindruckendste Teil meiner Reise war dann im Mai und Juni 2009 mein Weg in die Arktis, über Vancouver Island, den Rocky Mountains und Yellowknife bis nach Iqaluit im Territorium Nunavut. Ich lebte fünf Tage dort, wo es nur Schnee, Eis, Steine und eine handvoll Einwohner gibt. Ich durfte für einen Abend bei einer echten Inuit-Familie verbringen, mit ihnen jagen und Eisbärfleisch essen gehen. Nach dieser Woche in der Arktis machte ich mich auf in den Yukon und über Alaska mit der Fähre wieder zurück nach Vancouver. Mitte Juni 2009 kamen meine Eltern und meine Schwester nach Kanada und ich beendete meine große Reise mit einer traumhaften Wohnwagenrundfahrt durch die Rocky Mountains. In neun Monaten bin ich 40.000 Kilometer durch das zweitgrößte Land der Welt gereist und habe jede Provinz und jedes Territorium besucht. Dazu gibt es hier auf dieser Seite bald ein bisschen mehr...

Anschließend begann ich mein Studium in Weimar, und in meinen Sommersemesterferien 2010 setzte ich mich wieder in den Reisezug - dieses Mal über die Schweiz nach Spanien. Ich besuchte Barcelona, Andorra, das Baskenland und wanderte auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostella. Über Salamanca und Madrid fuhr ich dann nach Sevilla, von wo aus ich zusammen mit Eveline aus der Schweiz in einem Mietwagen durch Andalusien tourten und sogar in Afrika waren. Zum Abschluss ging es noch einmal nach Valencia und Madrid, von wo aus ich meinem Bruder Robert einen Überraschungsbesuch in Malta abstattete. 6.000 Kilometer legte ich mit dem Zug durch Europa zurück.

Seit Ende August 2011 studiere ich ein Jahr in Finnland an der University of Turku und werde von hier aus wieder über meine Reisen und über das Leben hier berichten.

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